Das Wort "Triggerpunkt" leitet sich ab vom englischen to trigger, was soviel heißt, wie auslösen. Gemeint ist damit das Auslösen von Schmerzen in Regionen, die mit der eigentlichen Schmerzquelle scheinbar nichts zu tun haben.
Spannungskopfschmerz, Migräne und Rückenschmerz werden häufig durch Triggerpunkte verursacht. So kann z.B. ein Triggerpunkt im Wadenmuskel Schmerzen am Iliosacralgelenk auslösen. Nicht selten werden Beschwerden, die an einen Herzinfarkt denken lassen, ausgelöst durch Triggerpunkte im Schulterblattbereich. Aber auch Schwindel, Übelkeit, Augentränen, Kribbeln in Armen und Beinen oder verschwommenes Sehen, gehören zum Beschwerdebild des chronisch verspannten Rückens.
Triggerpunkte entstehen häufig über eine lange Zeit hinweg, als Folge von wiederkehrenden einseitigen Bewegungen oder Fehlhaltung. Anfangs vergehen die Muskelschmerzen noch, doch mit der Zeit, vor allem, wenn Fehlhaltungen oder einseitigen Tätigkeiten kein Ausgleich entgegengesetzt wird, werden die Muskeln immer verspannter und die Schmerzen schließlich chronisch.
Die von Triggerpunkten ausgelösten Schmerzempfindungen können sehr verschiedenartig sein. Die Palette reicht von Ziehen über Brennen bis hin zum Gefühl völliger Kraftlosigkeit.
Wie entstehenTriggerpunkte?
Triggerpunkte entstehen, wenn durch dauernden Hartspann der quergestreiften Muskeln, deren Blutzufuhr beeinträchtigt wird. Es fehlt den Muskelfasern somit an genügend Energie, um sich nach getaner Anspannung wieder zu entspannen. So können einzelne Muskelfasern zusammengezogen bleiben. Es bilden sich millimetergroße Knötchen, welche lokale Entzündungen und Schmerzen verursachen. Diese Muskelfaserknötchen nennt man Triggerpunkte.
Durch den Dauerkrampf werden die feinen Blutgefäße zusammengequetscht. Der Muskel wird nur noch ungenügend mit Nahrung und Sauerstoff versorgt. Dies führt wiederum dazu, daß im Gewebe Substanzen produziert werden, welche die Schmerzempfindlichkeit noch verstärken. Der Schmerzkreislauf schließt sich. Triggerpunkte, einmal etabliert, sind das muskuläre Schmerzgedächtnis des Körpers.
So sind es oft gar nicht die Knochen, die weh tun, sondern die sie bewegende Muskulatur. Dies wird im Allgemeinen noch viel zu wenig berücksichtigt. So werden Patienten mit unauffälligem Befund am Skelett häufig mit lapidaren Ratschlägen abgefertigt, sie mögen sich doch mehr bewegen, abnehmen, oder Muskeln aufbauen.
In meiner Praxis habe ich die Erfahrung gemacht, daß man erst einmal den Teufelskreis aus Schmerz durch chronisch verspannte Muskeln durchbrechen muß. Siehe auch Rückenschmerzen,-nein danke!
© Bettina Bausenwein 2008